Lernen & Beruf

  

Eine qualifizierte Bildung schützt am besten vor Arbeitslosigkeit

Berufliche Weiterbildung gewinnt an Bedeutung. Viele Arbeitnehmer wissen, dass sie in einer Zeit raschen technologischen Wandels damit rechnen müssen, ihren ursprünglich erlernten Beruf nicht ein Leben lang ausüben zu können. Auch für die Unternehmen spielt die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter eine wichtige Rolle, da sie deren Zufriedenheit, Motivation und Loyalität erhöht und somit langfristig zum Unternehmenserfolg beiträgt.

Berufliche Weiterbildung hat sich zu einem eigenständigen Bereich im Bildungswesen entwickelt. Sie wird in deutlich geringerem Umfang durch den Staat geregelt als andere Bildungsbereiche; damit kann den vielfältigen und sich rasch wandelnden Anforderungen in diesem Sektor am besten begegnet werden. Der Staat beschränkt sich auf die Festlegung von Grundsätzen sowie auf Regelungen zur Ordnung und Förderung. Diese sind in Gesetzen des Bundes und der Länder festgeschrieben.

Das Weiterbildungsangebot wird von sehr unterschiedlichen Einrichtungen getragen. Es besteht aus einem gewachsenen Nebeneinander von staatlichen und privaten, gemeinnützigen und gewinnorientierten, betrieblichen und öffentlichen Bildungseinrichtungen sowie von Einrichtungen der Evangelischen und Katholischen Kirche, der Gewerkschaften und anderer gesellschaftlicher Gruppen. Soweit die Berufsakademiegesetze der Länder dies vorsehen, können auch die Berufsakademien Veranstaltungen der Weiterbildung anbieten.

Der Fernunterricht ermöglicht eine flexible berufsbegleitende Weiterbildung. Fernlehr- gänge, die von privaten Veranstaltern angeboten werden, müssen - gemäß des Gesetzes zum Schutz der Teilnehmer am Fernunterricht - staatlich zugelassen sein.

Wissenschaftliche Weiterbildung gehört seit 1998 zu den Kernaufgaben der Hochschulen. Die weiterbildenden Studien dienen entweder der Spezialisierung oder Vertiefung oder sie führen zu einer zusätzlichen beruflichen Qualifikation. Zugangsvoraussetzung ist in der Regel ein abgeschlossenes Studium; teilweise stehen die Weiterbildungsangebote auch Bewerbern offen, die durch eine berufliche Tätigkeit oder auf andere Weise die für die Teilnahme erforderliche Eignung erworben haben. Die Dauer reicht von einigen Wochen oder Monaten bis zu mehreren Semestern. Als Abschlüsse werden Zertifikate, gelegentlich auch Hochschulgrade erworben. Der Begriff 'Weiterbildung? umfaßt sowohl postgraduale Studiengänge als auch Kontakt- bzw. Weiterbildungsstudiengänge.

Bildung schützt noch am ehesten vor Erwerbslosigkeit. Zwar ist auch ein Hochschulabschluss keine Arbeitsplatzgarantie, aber er senkt das Risiko der Erwerbslosigkeit erheblich. Dieser Zusammenhang zeigt sich in allen EU-Staaten deutlich. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (preesemitteilung vom 25.1.2005) waren im 2. Quartal des Jahres 2003 in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union 12,3 % der Erwerbspersonen mit einfachem Bildungsgrad erwerbslos, während nur 5 % der höher Gebildeten erfolglos nach Arbeit suchten. Unter Personen mit mittlerer Bildung betrug die Erwerbslosenquote 9,6 %. Auch in Deutschland waren nach der internationalen Statistik rund 5 % der Akademiker erwerbslos, jedoch 10 % der Erwerbspersonen mit mittlerem Abschluss und 15,7% mit niedrigem Bildungsgrad (Frühjahr 2003): Je höher der Bildungsgrad, desto besser der Schutz vor Erwerbslosigkeit.

Redaktion der Agentur Quaas, 2005


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