:: Ausbildung im Gesundheitswesen

  

Die Berufswahl

Was sind die Unterschiede zwischen einer schulischen und einer dualen Ausbildung ?
Die Unterschiede zwischen den beiden Ausbildungsformen liegen zum Beispiel in der Ausbildungsdauer. Die duale Ausbildung kann bis zu 48 Monate dauern.

Schulische Ausbildung:
• Die Dauer beträgt zwischen zwei und drei Jahren.
• Die Ausbildung schließt meist mit einer staatlichen Anerkennung ab.
• Die berufspraktischen Kenntnisse werden in sogenannten Praktikumsphasen vermittelt.
• Schulische Ausbildungen beginnen meist im Oktober.
• Die Vorlaufzeiten für die Bewerbungen sind weniger lang wie bei den dualen Ausbildungen.
• Eine schulische Ausbildung kann ggf. auch nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) gefördert werden.

Duale Ausbildung:
• Die Ausbildungsdauer in den anerkannten Ausbildungsberufen ist in der jeweiligen Ausbildungsordnung festgelegt und reicht von 18 bis 42 Monaten. Eine Verkürzung kann unter bestimmten Voraussetzungen erfolgen.
• Der Beruf wird praxisnah im Ausbildungsbetrieb erlernt (3-4 Tage pro Woche). An den übrigen Tagen erfolgt der Besuch des allgemeinen und fachbezogenen Unterrichts in der Berufsschule.
• Betriebliche Ausbildungen starten meist im August oder September, manchmal aber auch später.
• Die Bewerbung auf betriebliche Ausbildungen sollte bereits 12 bis 15 Monate vor Ausbildungsbeginn erfolgen.
• Bei betrieblichen Ausbildungen sind Ausbildungvergütungen vorgesehen.


Was sind die Vorteile einer Berufsakademie?

Eine Ausbildung an einer Berufsakademiee verbindet die theoretischen Bestandteile eines Studiums mit einer praktischen Berufsausbildung im Betrieb. Ausbildung und Studium finden an zwei Lernorten statt, zum einen in einem Unternehmen oder einer Institution, zum anderen an der Berufsakademie. Alle 12 Wochen wechseln die Studierenden zwischen Akademie und Ausbildungsbetrieb. Die wissenschaftsbezogenen und praxisintegrierten Studienabschnitte sind inhaltlich und organisatorisch aufeinander abgestimmt. Berufsakademien führen Bewerber mit Allgemeiner Hochschulreife oder Fachhochschulreife zu einem wissenschaftlichen und berufsqualifizierenden Abschluss. Berufsakademien wurden als hochschulexterne duale Einrichtungen erstmals in Baden-Württemberg eingerichtet, existieren inzwischen aber auch in Berlin, Sachsen und Thüringen sowie als staatlich anerkannte Bildungsstätten privater Träger in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und im Saarland (zum Teil unter Namen wie "Akademie der Wirtschaft" oder "Wirtschaftsakademie"). Die Absolventen von Berufsakademien werden am Arbeitsmarkt in der Regel wie Fachhochschulabsolventen "gehandelt".


Was bringt mehr: ein Studium oder eine Lehre ?

Mancher Beruf lässt sich über verschiedene Ausbildungen erreichen. Aber auch ein und dieselbe Ausbildung kann zu verschiedenen Berufen führen. Viele Berufe und berufliche Tätigkeiten lassen sich auf verschiedenen Wegen erreichen, etwa über eine betriebliche Ausbildung, über ein Fachhochschulstudium oder über ein Universitätsstudium. Aber auch ein und dieselbe Ausbildung kann zu verschiedenen Berufen führen. Eine berufliche Ausbildung kann Alternative, Vorbereitung oder Ergänzung zum Studium sein. Für viele Studiengänge ist eine vorangegangene berufliche Ausbildung in einem verwandten Gebiet von Vorteil.

Für ein Hochschulstudium spricht:
• Einige berufliche Ziele lassen sich nur über ein Studium erreichen.
• Für gehobene berufliche Positionen wird vielfach ein abgeschlossenes Hochschulstudium vorausgesetzt.
• Akademiker haben ein geringeres Risiko, arbeitslos zu werden, als andere Qualifikationsgruppen.
• Der Trend zur Höherqualifizierung hält an.
• Ein Studium bietet die Möglichkeit, Fähigkeiten für ein breites Berufsspektrum zu entwickeln.

Für eine schulisch/duale Ausbildung spricht:
• Eine schulisch/duale Ausbildung ist kürzer als ein Studium und kann früher zu finanzieller Unabhängigkeit und Selbstständigkeit führen.
• Der direkte Übergang von der Ausbildung in den Beruf verläuft im allgemeinen leichter als bei den Hochschulabsolventen.
• Eine betriebliche Ausbildung eignet sich für alle, die mehr mit praktisch-organisatorischen als mit theoretisch-wissenschaftlichen Arbeiten zu tun haben möchten.


Studieren, um später arbeitslos zu werden ?

Wer studiert, lebt erst mal von finanziellen Entbehrungen. Auch kann sich der spätere Berufsstart schwierig gestalten. Dennoch sprechen die Trends eine andere Sprache. Die neuen globalen Konkurrenzbeziehungen, die verstärkte Weltmarktorientierung der deutschen Wirtschaft, die neuen Techniken und die dadurch bedingten neuen Arbeitsformen lassen einige wichtige Perspektiven erkennen:

• Auf den zukünftigen Arbeitsmärkten werden sich am besten die Menschen behaupten, die über ein Höchstmaß an Bildung verfügen.
• Ein Studium bietet daher gute und tragfähige Grundlagen, um den Herausforderungen der zukünftigen Arbeitswelt begegnen zu können.
• Neben den fachlichen Kompetenzen werden zentrale Schlüsselqualifikationen wie Entscheidungs-, Handlungs-, Methoden-, Kommunikations- und Sozialkompetenz sowie die Fähigkeit zu vernetztem Denken immer wichtiger.
• Wo besser als in einem Studium, noch besser in einem Studium mit längeren Praxisanteilen, könnten diese Fähigkeiten erworben werden?
• Das Risiko, nach dem Studium keinen passenden Arbeitsplatz zu finden, hat man auch mit einem nicht-akademischen Beruf. Arbeitslos kann man heute in jedem Beruf werden. Zu einer qualifizierten Ausbildung gibt es aus arbeitsmarktlicher Sicht keine vernünftige Alternative.
• Hochschulabsolventen werden mehr als bisher damit rechnen müssen, auch eine selbständige Existenz in Erwägung zu ziehen.

Allerdings:
• Im Vorfeld der geplanten Aufnahme eines Studiums sollte sich jeder ein Höchstmaß an Informationen über das geplante Studium beschaffen.
• Die gewonnenen Informationen müssen, auch unter Hinzuziehung von Fachleuten, intensiv auf die eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten bezogen werden.
• Von der Aufnahme eines Studiums als "Second best" oder "Parklösung" wird abgeraten.


Wie bewerbe ich mich richtig?

Auch wer keine oder nur wenig Berufserfahrung hat, wird sich mit dem Thema Bewerbung befassen müssen ? es wird uns wohl das ganze Berufsleben lang begleiten. Zu diesem Thema gibt es eine Fülle an Literatur im Buchhandel; hier stellen wir Ihnen die wichtigsten Aspekte auf einen Blick vor.

Worum geht?s ? Mit Ihrer Bewerbung wollen Sie Ihren zukünftigen Arbeitgeber von sich überzeugen ? Also kommt es auf den ersten Eindruck an!! Denn eine erste Chance haben Sie nicht zweimal .....

Die schriftliche Bewerbung entscheidet in der Regel darüber, ob man zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch eingeladen wird oder nicht.
• Nehmen Sie sich Zeit, und erarbeiten Sie Ihre Unterlagen sorgfältig.
• Die Bewerbung muss klar, übersichtlich, vollständig und leicht lesbar sein.
• Vermeiden Sie Rechtschreib- oder Tippfehler.

Das persönliche Anschreiben ist das Kernstück Ihrer Bewerbung. Legen Sie besonders viel Wert darauf und nehmen Sie sich entsprechend Zeit.
• Erläutern Sie, was Sie an der angebotenen Stelle oder Ausbildung besonders reizt.
• Nennen Sie Gründe, warum genau Sie die ideale Besetzung sind.
• Fassen Sie sich kurz (möglichst nicht mehr als eine Seite)
• Wenden sie sich namentlich an die für die Einstellung verantwortliche Person.
• Nehmen Sie Bezug auf die Stellenanzeige, ein Gespräch oder eine persönliche Empfehlung.

Der Lebenslauf sollte Ihren bisherigen Lebensweg lückenlos darstellen (auch wenn dieser berufliche Lücken aufweist, ist es besser sie zu nennen und plausibel zu erklären, als sie zu übergehen).
• Lebenslauf tabellarisch gestalten und chronologisch oder thematisch gliedern
• Bewerbungsbild auf dem Lebenslauf oder dem Deckblatt anbringen
• Kopien der Arbeitszeugnisse, absolvierten Praktika und Weiterbildungen beifügen
• Keine Originale verschicken

Die äußere Form Ihrer Bewerbung kann entscheidend sein, deshalb sollten die Zusammenstellung und die Bewerbungsmappe stimmen:
• Das Anschreiben lose in den Hefter legen
• Für den Versand einen ausreichend großen und stabilen Umschlag benutzen.
• Bewerbungsunterlagen richtig frankieren

Die Online-Bewerbung sollte die wichtigsten Elemente des konventionellen Anschreibens enthalten, allerdings etwas gekürzt.
• Bewerbung möglichst an eine konkrete Person richten (ggf. telefonisch erfragen).
• Betreffzeile ausfüllen (sie ist das Erste ist, was der Empfänger liest).
• Anlagen nur beifügen, wenn vorher mit dem Adressaten abgestimmt wurde.
• Bereiten Sie eine Bewerbungsmappe vor, die Sie auf Anfrage sofort nachreichen können.

Eine Kurzbewerbung empfielt sich bei Initiativbewerbungen oder bei Bewerbungen auf Chiffreanfragen. Sie besteht oft nur aus einem Anschreiben, eventuell auch mit Foto und Lebenslauf. Ausführlichere Unterlagen, insbesondere Zeugniskopien, werden erst auf Anforderung hin nachgereicht.

Tipp: Insbesondere bei kleineren Betrieben kann es sich lohnen, wenn Sie die Bewerbungsunterlagen persönlich abgeben und dabei gleich mit der Chefin oder dem Chef sprechen. Seien Sie bei dieser Gelegenheit entsprechend vorbereitet, denn auch hier kommt es auf den ersten Eindruck an!

Redaktion der Agentur Quaas, 2004


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